Impressionen –
Via Glaralpina

Etappe 01

Die erste Etappe der Via Glaralpina führt vom Talboden, aus den Dörfern Ziegelbrücke und Niederurnen, hinauf zu Hirzli und Planggenstock. Im Gebiet zwischen diesen beiden Gipfeln wandert man quasi durch ein sehr altes und ausgetrocknetes Flussbett: Über Nagelfluh-Gestein. Erst südlich des Hirzli beginnen vom Gestein her die eigentlichen Alpen. Nach dem Gipfelglück und gemütlicher Rast gehts alsbald hinab ins Niederurner Tal. Das Nachtlager ist das schöne Blockhaus am idyllischen Platz mit Feuerstellen, Wald und Natur pur.

Etappe 02

Die zweite Etappe des Glarner Weitwanderweges führt vom Niederurner Tal über die Wänifurggel zum Brüggler: Der Schrattenkalkgrat ist für Via-Glaralpina-Wanderer auf weiss-blau-weissem Alpinwanderweg überwindbar, es ist teils ausgesetztes Gelände – die Aussicht und das Erlebnis sind einzigartig. Es gilt, sich gut festzuhalten und besonnen über den Grat zu gehen. Im Schwändital wartet das abschliessende Wandern übers Boggenmoor bis zum Etappenziel im Oberseetal: Dem Berghotel Obersee.

Etappe 03

Die dritte Etappe der Via Glaralpina führt vom Obersee via Grapplialp und Geisschappel zum Rautispitz – oder man wählt den lohnenden Umweg über die Rautihütten und vorbei am stattlichen Arvenwald. Man erkennt die Arve an der runden Krone und den fünf Nadeln pro Büschel. Via Rautihütten gehts dann ebenfalls auf den Rautispitz und weiter zum Wiggis – der Tiefblick auf Netstal und weiter bis zum Walensee ist eindrücklich. Die Etappe führt über Aueren und Deyen bis ins Klöntal.

Etappe 04

Vom Klöntal aus führt die vierte Etappe hinauf zur ersten SAC-Hütte der Via Glaralpina: Der Glärnischhütte SAC. Erst gehts ennet dem Damm dem Klöntalersee entlang, dem Wanderweg folgend bis zum Richisau. Hier ist Waldbaden angesagt. Schon im Hain mit den fast 300-jährigen Bergahorn-Bäumen beim Restaurant ist eine urtümliche Kraft. Und durch den Timmerwald begleitet einen diese weiter. Auftanken und Geniessen ist das Motto, samt den Feuerlilien am Weg zur Glärnischhütte SAC.

Etappe 05

Von der Glärnischhütte SAC führt die fünfte Etappe ins eindrückliche Zeinentäli. Eine Felsenlandschaft, die ihresgleichen sucht. Und mit der steinernen Schnecke ein beliebtes Fotosujet bereithält. Oben auf der Zeinenfurgglen öffnet sich der Weitblick auf den höchsten Glarner – es grüsst der Tödi mit 3614 Metern Höhe in der Ferne, mit Schnee und Eis. Zum Staunen. Es folgt der Abstieg ins grüne Bächital und bald gehts wieder obsi, über Seeblen und Gumen bis zum Etappenziel, dem Ortstockhaus Braunwald.

Etappe 06

Die sechste Etappe der Via Glaralpina führt auf Schwyzer Boden. Vom Ortstockhaus gehts erst etwas abwärts Richtung Bergetenseeli/Brächalp. Und hier trifft man ganz oft eine eindrückliche Pflanze an: Den Blauen Eisenhut. Er ist giftig und im Wanderführer zur Via Glaralpina erfährt man mehr über ihn. Mit Pflanzenwissen geht es dem Bärentritt entgegen. Diese Passage ist mit Ketten gesichert. Für Wander-Bären geht es aber noch weiter, via Ortstock-Furggele hinab zur Glattalphütte SAC.

Etappe 07

Von der weitläufigen Glattalp führt die Via Glaralpina über Karrenfelder: diese hellgrau bis weissen Felsenböden begleiten auf Etappe sieben; durch die Inner Brüelchälen gehts hinauf bis zur karstigen Hochebene Mären und weiter, immer weiter Richtung Firnerloch. Das Gebiet zwischen Pragel- und Klausenpass ist mit gut 50 Quadratkilometern die grösste zusammenhängende Karstlandschaft der Schweiz. Vor dem Abstieg auf die grösste Alp der Schweiz, wo im Sommer bis zu 1200 Kühe gesömmert werden, gilt es noch einmal, diese Umgebung zu geniessen. Bevor dann im Gasthaus Urnerboden der Znacht und ein weiches Bett warten.

Etappe 08

Auf der Etappe acht des Glarner Weitwanderweges wird der Wanderfreund zum Gletscherfloh: Diese Etappe führt an den Rand des eindrücklichen Claridengletschers, der einem zu Füssen liegt. Das Eismeer erstreckt sich unterhalb, wenn wir vom Gämsfairenjoch hinabblicken – oder gar vom Gipfel des Gämsfairenstocks, wenn dieser Abstecher noch in Kauf genommen wird. In dieser hochalpinen Landschaft geht es dem Alpinwanderweg folgend, im angesicht des mächtigen Bifertenstocks und des Tödi bald zum Etappenziel, der Claridenhütte SAC.

Etappe 09

Hüttenzauber erwartet einen auf Etappe neun: Von der gemütlich-modernen Claridenhütte SAC gehts der Fridolinshütte SAC entgegen. Über die Beggilüggi wandert man an Edelweiss-Gärtchen vorbei nach Obersand. Diese weite Alp mit ihrem Gletscherbach und etlichen, formschönen Alpenblumen, die teils weniger bekannt sind als das Edelweiss, lässt einen verweilen. Die Sonne geniessen, die Alpenluft speichern. Um dann genüsslich weiterzuwandern, bis zum Rötibach und weiter zum Ochsenstock und bald zum Nachtlager, der Fridolinshütte SAC, die den mächtigen Wänden von Tödi und Biferten trotzt.

Etappe 10

Auf Etappe zehn lohnt sich der Abstecher früh am Morgen zur Grünhornhütte, der ersten SAC-Hütte der Schweiz. Sie thront auf einem Felsen rund eine Stunde Wanderzeit ab der Fridolinshütte SAC, von welcher aus man die älteste SAC-Hütte gut sehen kann – umrahmt ist sie vom Bifertengletscher. Nach dem Abstecher zur Grünhornhütte SAC wandert man zurück zur Fridolinshütte, gönnt sich noch einmal einen feinen Milchkaffee, bevor man den Abstieg unter die Füsse nimmt, der einen übers Tänntiwang und an Schafherden vorbei bis Hinter Sand und bald der jungen Linth entlang führt. Ein Highlight ist hier noch einmal die Pantenbrücke, die kurz vor dem Tierfed staunen lässt. Ab Tierfed ist es noch ein Schlussspurt bis zum heimeligen Etappenziel, dem Berggasthaus Obbort.

Etappe 11

Etappe elf ist im unteren Teil steil und schweisstreibend: Vom Berggasthaus Obbort geht es über den ausgesetzten, mit Ketten gesicherten Tritt hinauf zur Alp Baumgarten. Ein wunderbarer Flecken Alpenwelt – majestätisch ist hier der Blick zum Tödi, der einem direkt gegenüber steht. Bei den Alphütten gibts vielleicht ein Stück feinen Alpkäse zu kaufen und mit diesem Souvenir nimmt man auch den letzten "Stutz" über den Geisstritt, der ebenfalls mit Ketten gesichert ist, in Angriff. Der Blick zurück auf die längste Trockenmauer der Schweiz, welche die Alp säumt, ist einfach schön. Via Chalchtrittli (ebenfalls mit Ketten gesichert) geht es sodann weiter hinauf, via Nüschenalp und Muttenwändli zum Etappenziel, der Muttseehütte SAC. Und der Aufstieg hat sich gelohnt, meist am Abend kommt die Steinbock-Kolonie direkt zur Hütte.

Etappe 12

Auf Etappe zwölf heisst es: Geniessen. Die ersten Wandermeter gehts über speziellen Wandergrund. Es geht über die höchstgelegene Staumauer Europas, sie ist mit rund einem Kilometer auch die längste der Schweiz. Ein eindrückliches Wandern über die Muttsee-Staumauer – linkerhand der Muttsee, rechterhand die kleinen Seeli in der Muttseehütten-Landschaft. Denkend und wandernd folgt man weiter den weiss-rot-weissen Wegmarkierungen und kommt zum Aufstieg zur Kistenpasshütte SAC – wie ein Adlerhorst klebt sie am Felsen. Das eigene Hüttenbier – ein Einkehren ein Muss. Bevor die Via Glaralpina über den weiss-blau-weissen Alpinwanderweg zum Gipfelkreuz der Muttenberge führt. Und dann der Abstieg via Kistenpass zur Bifertenhütte AAC wartet.

Etappe 13

Früh am Morgen geht es auch auf Etappe dreizehn los. Von der Bifertenhütte AAC führt diese Wanderetappe in die urtümliche Landschaft ennet der Falla Lenn und bald immer im Blick: Der Hausstock mit seinen Ausläufern. In diese Steinwelt taucht man ein, läuft über Boden, der einmal an eine Mondlandschaft und dann wieder an einen Meeresboden erinnert. Steine so weit das Auge reicht und immer wieder Formen oder Farbtupfer in dieser einmaligen Landschaft. Geniessend wandern heisst es auch hier, bis nach einem weiteren Kessel die Krete erreicht ist, von der man hinab blickt in ein grünes Alptal, in das die Via Glaralpina führt; eine Idylle herrscht hier unten, eine Rast muss da sein. Bald geht es weiter, wieder aufwärts, um die letzte Ecke, nach der man zum Panixerpass (Pass dil Veptga) hinübersieht. Es heisst dann aber noch, absteigen ins Tobel bis zum Bach und auf der anderen Seite wieder via Zick-Zack-Weg hinauf – aber es ist halb so wild. Auf dem Panixerpass angekommen – ist die Rast vor der Schutzhütte der verdiente Lohn. Hier ist auch das Nachtlager vorgesehen, im einfachen Hüttli, an diesem Platz, an dem 1799 der russische General Suworow unter freiem Himmel nächtigen musste.

Etappe 14

Die Etappe vierzehn der Via Glaralpina ist die Königsetappe des Weitwanderweges. Sie führt zum höchsten Punkt der Rundwanderung, zum Bündner Vorab mit 3028 Metern über Meer und danach über den Vorabsattel zum Glarner Vorab mit 3018 Metern über Meer. Das Hochgefühl ist wunderbar, die Aussicht ebenso. Der Tiefblick auf Elm und das "Chlytal" ist erdenschön, die Erhabenheit der Gipfelwelt zum Innehalten. Vorhergegangen ist diesem Gipfelerlebnis der Aufstieg vom Panixerpass (Pass dil Veptga) über den Alpinwanderweg zum Rotstockseeli, in dem es sich wunderbar die Füsse baden lässt, und zur Sether-Hütte (privat, unbewartet), sodann über den langen Grat – Schritt für Schritt erwandernd – bis zum Gipfel des Vorab. Weiter gehts dann am Rande des Vorabfirns und später via Schwarzwändli, das mit Ketten gesichert ist und so den Abstieg erleichtert, zum Etappenziel, der Martinsmadhütte SAC; die sich mitten im Gebiet des UNESCO-Weltnaturerbes Tektonikarena Sardona befindet.

Etappe 15

Auf Etappe fünfzehn ist man dem Weltnaturerbe Tektonikarena Sardona ganz nah: Nach dem Abstieg von der Martinsmadhütte SAC nach Tschinglen erblickt man rechterhand das berühmte Felsenfenster, das Martinsloch in den Tschingelhörnern. In der Tschinglenwirtschaft kurz einkehren lohnt sich, feine Kuchen und Speisen serviert das Tschinglen-Team. Nach der kurzen Rast mitten im UNESCO-Weltnaturerbe wartet ein eindrücklicher Weg: Der Bergwanderweg führt durch die Tschinglenschlucht talwärts und zeigt die Mächtigkeit dieses Tobels. Bei der Talstation der Tschinglenbahn angekommen heisst es noch einmal einen Schluck trinken, etwas essen und weiter gehts – wieder bergwärts, zum Gipfelziel des Fanenstocks. Dieser Gras-Rücken ist den etwas strengen Aufstieg wert, es herrscht eine wunderbare Ruhe da oben. Und noch einmal heisst es, Schuhe gut schnüren, Rucksack noch einmal buckeln und sorgsam absteigen über den jetzt weiss-blau-weissen Alpinwanderweg zum Stuelegghoren und danach ins Chrauchtal – um dann die letzten Höhenmeter in die Weissenberge zurückzulegen, zum Etappenziel dieser weiten Etappe, dem Berggasthaus Edelwyss.

Etappe 16

Etappe sechzehn der Via Glaralpina bietet eine eindrückliche Gratwanderung über zwei landschaftlich und geologisch interessante Gipfel. Und vor allem auch der Gipsgrat besticht mit seiner Geschichte – und seiner Farbe: Von weit herum ist er als schneeweisser Gratrücken erkennbar, in den 1840er Jahren wurde dieses gipshaltige Gestein von den Einheimischen zentnerweise nach Engi hinuntergetragen. Dieser Grat folgt fast am Schluss der Wanderetappe, erst geht es von den Weissenbergen zum Skihaus Stäfeli und via Zindelchopf bergwärts zum Sunnenhöreli. Über den Alpinwanderweg geht es sodann weiter zum Gulderstock. Und über den Guldergrat wird man von den Farben des Verrucano von Rot über Violett bis grünlich begleitet; bis zum Teufgrätli. Hier beginnt dann der beschriebene Gipsgrat. Via Wissmeilenpass biegt man später ins Mülibachtal ab und bald schon ist das Etappenziel, die urig-heimelige Skihütte Mülibachtal erreicht.

Etappe 17

Über bauchige Gesteinsrücken gehts auf Etappe siebzehn einer Panoramawanderung entgegen, bei der die Glarner Gipfel Spalier stehen: Von der Skihütte Mülibachtal gehts erst Richtung Murgsee bis zum Widersteinerhüttli, dann ca. 30 Meter Richtung Engi absteigen und den Bergwanderweg rechts verlassen und den Widersteiner Bach überqueren. Und dann gehts über die Chüebüch, weiss-blau-weiss markiert, über diese bauchigen Gesteinsformationen, die im oberen Teil wunderschöne, dunkle Verrucano-Platten aufweisen. So gehts zum Gufelstock und dann beginnt die Panoramawanderung mit Blick auf die Fessis-Seeli, via Höch, Chli Höch und Heustock – wo sich auch ab und an Steinböcke aufhalten – bis zum Schwarzstöckli, dem Punkt, wo sich alle drei Glarner Gemeinden an ihren Grenzen treffen. Über den Wiss-Chamm gehts zur roten Erde auf Rotärd und via Fronalppass bald zum heutigen Etappenziel, dem Naturfreundehaus Fronalp.

Etappe 18

Die vorletzte Etappe der Via Glaralpina steht auf dem Programm, und man will sich nicht so recht an den Gedanken gewöhnen, bald wieder nur noch im Talboden unterwegs zu sein. Vom Naturfreundehaus Fronalp gehts Richtung Fronalp Unterstafel und bei der dortigen Verzweigung folgt man dem Weg zum Hofalpli, Alpgeschichten und Alpgefühl schwingen noch einmal mit. Man nimmt ab hier den letzten Alpinwanderweg mit den weiss-blau-weissen Markierungen Richtung Fedensattel und Nüenchamm (einige ausgesetzte Stellen sind mit Ketten gesichert) unter die Füsse. Noch einmal wandern und nachdenken. Herrlich ists, so zu wandern. Und die Aussicht auf den tiefblauen Walensee ist bald Tatsache. Um nach Filzbach zu gelangen, wählt man den Bergwanderweg zum Habergschwänd, wo man noch einkehren kann, um dann langsam den Talweg unter die Füsse zu nehmen und im Seminarhotel Lihn in Filzbach das Zimmer zu beziehen.

Etappe 19

Der Kreis der Via Glaralpina schliesst sich. Nach dem Frühstück im Seminarhotel Lihn, wo man die Aussicht auf den Walensee beim Cappuccino geniesst, kann man sich entspannen und die neunzehnte Etappe der Via Glaralpina gemütlich in Angriff nehmen. Der Wanderweg talwärts beginnt gerade vor dem Hotel und geht rechterhand nidsi und alsbald zur Linthmündung des Escherkanals. Im Wanderführer zur Via Glaralpina ist Wissenswertes zu diesem eindrücklichen Bauwerk und über die bewegende Geschichte der Linthkorrektion zu erfahren. Der nun flache Weg verläuft dem Uferweg entlang zum Campingplatz Gäsi – und hier gönnt man sich ein langes Plegerä und Baden am schönen Walensee, bevor der letzte Fussmarsch auf der Via Glaralpina wieder Richtung Bahnhof Ziegelbrücke führt. Zum Ausgangspunkt des Glarner Weitwanderweges, der einen auf rund 230 Kilometern und 18'500 Höhenmetern Auf- und Abstieg einmal rund ums Glarnerland geführt hat. Mit all seinen Schätzen.

Hauptsponsor

Glarner Kantonalbank

Partner

SAC Sektion Töädi

Trägerschaft

Schweizer Wanderwege Glarnerland